Traumberuf Dokumentarfilmer

Dokumentarfilmer Klaus Stern

Klaus Stern, Foto: ZDF / Achim Sunnemann
Quereinsteiger Klaus Stern beweist, dass nicht allein das Filmstudium den Weg zum Traumberuf des Dokumentarfilmers ebnet. Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmer absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Postboten, um daraufhin Wirtschaftspädagogik und Politik zu studieren. Seine Filmerkarriere begann erst während des Studiums mit einem Praktikum beim Hessischen Rundfunk. Hier schulte er seine journalistischen Fähigkeiten und knüpfte erste wichtige Kontakte in der Fernsehbranche. Aus dem Stoff seiner Diplomarbeit entstand dann in Zusammenarbeit mit dem ‚Sender Freies Berlin‘ sein Erstlingswerk: „Der Austausch – Die vergessene Entführung des Peter Lorenz“. Bereits hiermit löste Klaus Stern reges Medieninteresse aus und wurde für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Es folgten bis 2009, fünf weitere Produktionen, dazu zählend die Dokumentation ‚Weltmarktführer - Die Geschichte des Tan Siekmann', welche 2006 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Neben der Arbeit als selbständiger Produzent und Regisseur doziert Klaus Stern an der Kunsthochschule Kassel. Der Arbeitsalltag des Dokumentarfilmers besteht vor dem eigentlichen Dreh aus Bürotätigkeiten, der Themenfindung und Recherchearbeit. Klaus Stern führt hierzu Interviews und durchstöbert Archive. Er verfasst Exposés und wird bei Sendern vorstellig, damit diese seinen Film in Auftrag geben und somit finanzieren und ausstrahlen. Erst hiernach beginnen die eigentlichen Dreharbeiten. Mit einem Kameramann begleitet der Dokumentarfilmer den Protagonisten etwa zwei Jahre lang – eine intensive Arbeit, die dem Dokumentarfilmer einiges abverlangt. Als wichtigste Eigenschaften des Dokumentarfilmers bezeichnet Stern daher: Selbstreflektion, Beharrlichkeit und Menschen von der eigenen Arbeit überzeugen zu können. Dass dies kein leichtes Unterfangen ist, wird im Falle des Sternfilms „Henners Traum – Das größte Tourismusprojekt Europas“ deutlich. Nachdem kein Kinoverleih Interesse am Film zeigte, verkaufte der engagierte Dokumentarfilmer sein Werk kurzweg selbst an die Filmspielhäuser. Der Beruf des Dokumentarfilmers benötigt neben handwerklichen, journalistischen und künstlerischen Fähigkeiten also auch kaufmännisches Geschick. Zumal der Dokumentarfilm ein Nischengenre ist und die Verdienstmöglichkeiten in der Branche verhältnismäßig gering sind. Als Rat gibt der Dokumentarfilmer Studenten wie Annika mit auf den Weg, nicht unbedacht vorzugehen, gut zu recherchieren und Menschen von der eigenen Arbeit überzeugen zu können. „Ein guter Dokumentarfilm muss verstören und zu wilden Diskussionen führen“, so Sterns Einschätzung.