Das Klischee: Teatime - Typisch Englisch


Für den Engländer gibt es neben dem obligatorischen Pint Bier während des abendlichen Pub-Besuchs noch eine weitere flüssige Stütze in seinem Tagesablauf - die Teatime. Für eine Tasse Tee lässt er alles stehen und liegen. Selbst auf der Arbeit wird zwangsläufig eine Pause eingelegt, damit ein jeder Brite zu seiner wohlverdienten Tasse aromatisiertem Wasser kommt. "Typisch Englisch", mag man da denken. Fakt aber ist, dass Tee eigentlich eine chinesische Spezialität ist. Erst mit dem Import durch die Niederländische Ostindien-Kompanie hat er Anfang des 17. Jahrhunderts seinen Weg nach Europa gefunden. Dabei haben die Niederlande auch England beliefert und den Einwohnern dort das Getränk wohl so schmackhaft gemacht, dass sich in der Folge die Britische Ostindien-Kompanie ab 1669 das Handelsmonopol sicherte. Anfänglich waren aber nur reiche Kaufleute oder der Adel in der Lage, sich den neuen Luxusartikel zu leisten. Bald darauf erweiterten auch Kaffeehäuser ihr Repertoire, und erste Teegärten öffneten ihre Pforten. Es wurde zum gemeinsamen Teetrinken eingeladen. Schon bald sanken die Preise und Steuern, womit das Heißgetränk auch für gewöhnliche Arbeiter erschwinglich war. Auf diese Weise wurde wohl die Basis für eine Tradition gelegt, die heute fest mit der englischen Kultur verwoben ist. Ob das Ganze dabei aber tatsächlich so starke Ausmaße annimmt wie eingangs dargestellt, ist sicherlich in Frage zu stellen. Letztlich sei darauf verwiesen, dass Tee auch in Deutschland eine beliebte Alternative zum morgendlichen Kaffee ist. Besonders Ostfriesland ist hierzulande für seine Teespezialitäten berühmt.


Von Sven Mechelhoff